Im Spotlight

Sauberes Wasser in Bangladesch

Bangladesch gehört zu den Regionen der Erde, die am stärksten vom Klimawandel und extremen Wetterereignissen betroffen sind. Wiederkehrende Monsunregenfälle, Sturzfluten und Erdrutsche bedrohen regelmäßig die Existenz von Millionen Menschen. Wenn Flutwellen das Land überschwemmen, werden bestehende Wasserquellen und Flachbrunnen oft schlagartig kontaminiert oder komplett zerstört.

Die Folgen im Alltag sind gravierend: Mangelnder Zugang zu Trinkwasser führt zu einem drastischen Anstieg von Krankheiten, worunter besonders Kinder leiden. Für Mütter wie Zaynab Akter aus dem Dorf South Shrikul bedeutet dies permanente Sorge um die Gesundheit ihrer Familie. Die Last der Wasserbeschaffung liegt meist bei den Frauen und Kindern, die täglich stundenlang in der Hitze unterwegs sind oder in langen Schlangen warten müssen. Auch für Landwirte wie Nurul Amin aus West Noya Para bedeutete die Suche nach Wasser während langen Arbeitstagen auf den Feldern eine enorme Zusatzbelastung.

Sauberes Wasser fehlt in vielen Regionen nicht nur für die Gesundheit, sondern zieht Wertschöpfung, Bildungschancen und Lebenszeit ab.

Gemeinsame Planung schafft nachhaltige Strukturen

Gemeinsam mit unserem langjährigen Partner Welthungerhilfe (WHH) und lokalen Organisationen setzt share deshalb auf ein Projektmodell, das lokale Strukturen stärkt und die Verantwortung direkt in die Hände der Gemeinschaft legt.

Bevor ein Brunnen gebaut wird, finden intensive Beratungen mit den Dorfgemeinschaften statt. So wird sichergestellt, dass Standorte für Brunnen so gewählt werden, dass sie für alle umliegenden Haushalte, im Schnitt 25 bis 35 Familien pro Wasserstelle, sicher erreichbar sind.

Die Installation der Tiefbrunnen ist nur der erste Schritt. In sogenannten Courtyard Sessions und Workshops lernen Familien gemeinsam, wie sauberes Wasser hygienisch transportiert und gelagert wird, um Re-Kontaminationen zu vermeiden. Das Wissen über Händewaschen, persönliche Hygiene und saubere Umgebungen schützt die Gesundheit der Kinder nachhaltig.

Mit wem wir arbeiten

Wir haben uns mit denen zusammengetan, die Expert:innen darin sind, weltweit zu helfen: geprüfte nationale und internationale Hilfsorganisationen. Wir vertrauen ihnen, weil wir genau nachvollziehen können, wie sie das Geld einsetzen. So können wir sicher sein, dass unsere Hilfe an der richtigen Stelle ankommt.

Die Welthungerhilfe (WHH) ist bereits seit 1972 in Bangladesch aktiv, wo sie zu Beginn vor allem humanitäre Nothilfe nach dem Unabhängigkeitskrieg und Naturkatastrophen leistete. Heute liegt ihr Schwerpunkt auf nachhaltiger Ernährungssicherung, Klimaanpassung sowie WASH. Als technische Fachexpertin begleitet die WHH diese Projektinitiativen.

Stand Dezember 2025

7 JahreProjektlaufzeit

1.266.346Euro gespendet

10.485.663Hygieneprodukte und -dienstleitungen

9.595.235Tage Trinkwasser ermöglicht

Selbst in die Hand nehmen können

Um eine dauerhafte Funktionalität ohne externe Abhängigkeiten zu garantieren, bildet das Projekt ausgewählte Gemeindemitglieder in Wartung und Reparatur aus. Einer von ihnen ist der Landwirt Nurul Amin. Nach seiner Schulung ist er heute nicht mehr nur Nutzer der Wasserstelle, sondern der geschätzte Ansprechpartner seiner Nachbarschaft für die Instandhaltung des Brunnens.

„Durch das Wissen, wie ich die Anlage reparieren und warten kann, empfinde ich ein tiefes Gefühl von Eigentum und Verantwortung für unsere Wasserstelle.“

Nurul Amin, Landwirt und geschulter Brunnenmechaniker in West Noya Para.

Durch diesen Ansatz wandelt sich die Brunnenanlage von einer externen Hilfsleistung zu einem gemeinsam gepflegten Gut der Dorfgemeinschaft. Mütter wie Zaynab Akter und Mohesena Akter gewinnen wertvolle Lebenszeit zurück, die sie nun in die Erziehung ihrer Kinder, den Haushalt oder eigene Einkommensmöglichkeiten investieren können. Zudem profitieren lokale Kleinbetriebe wie Teehäuser direkt von der sauberen Wasserquelle.

Fotos: Welthungerhilfe